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Historie. Wie alles begann

 

Schon einige Jahre vorher gab es eine kleine Gruppe von Leuten aus der Nähe von Quierschied, die Jahr für Jahr an den Bodensee zum Campen fuhr. Anfänglich zum Tauchen an der Steilwand in Überlingen, später nur noch zum gemütlichen Kurzurlaub, der Essen, Trinken und manchmal auch ein wenig Bewegung einschloss.

2009, so um Fronleichnam, sollte sich der Schwoa (saarl. Schwager, Bruder seiner Frau) vom Müller Pit aus München zu der Runde hinzugesellen. Nebst Frau hatte er noch 2 Bretter mit Loch in seinem schicken Dienstwagen (SEW Eurodrive) und zeigte den verwunderten Augen aus dem verträumten Saarland (Südwest Deutschland, direkt an der Grenze zu Frankreich „Ja wir reden Deutsch!“) was in der großen weiten Welt an Gesellschaftspielen, von Golf mal abgesehen, so in ist. „Bags“ oder „Cornhole“ so Joachim, nennen die Amis das Spiel.

„Das is jo wie Boule, dud nur net so weh wenn ma getroff werd“ waren vermutlich die ersten Kommentare, schnell wurde jedoch die Raffinesse des Spiels erkannt, und die ersten technischen Diskussionen begannen, wie denn der mit Maiskörnern gefüllte Sack nun am besten zu werfen sei. „Falde wie e Tietsche“, mit Rotation aus dem Handgelenk oder ohne, werfen wie ein Basketball, um nur ein paar Stichworte fallen zu lassen. Der Hype war losgetreten…

Dummerweise musste der Schwoa Joachim noch einen Termin am Wochenende in München wahrnehmen und die angefixte Meute sich selbst überlassen. Die Spielbretter, von ihm selbst nach original US-Plänen gefertigt und womöglich die einzigen in der alten Welt, wollte und konnte er uns nicht überlassen. Die Säckchen jedoch, von einem Mitarbeiter aus den Staaten eingeschmuggelt, würde er uns auf unbestimmte Zeit überlassen. Doch was nutzt der beste Sack wenn man kein Loch hat zum reinschmeißen.

Töni und Matz, ihres Zeichens Handwerkerkönig und Handlangerkönig machten sich auf eine lange Reise, das Problem des mangelnden Brettes zu lösen. Sämtliche Baumärkte der Umgebung wurden abgeklappert. Bretter gab’s überall, jedoch Handwerker, die es verstanden ein rundes Loch zu sägen, waren dünn gesägt. Und die Bitte, eine Stichsäge für 2 Löcher zu verleihen, wurde mit Kommentaren ähnlich „Wir dürfen das aus Versicherungsgründen nicht, blah, blah, blah, …“ abgelehnt. So blieb nur der Gang zum besten Möbelschreiner der Stadt Überlingen, welcher nicht verstehen konnte, was man mit zwei löchrigen Brettern anfangen will. Für Geld bekommt man ja bekanntlich „Zucker im Tietsche“ auch in Überlingen. Und so war es geboren, das erste Cornhole-Brett im Saarland, 120cm x 60cm groß, 3-fach verleimtes Kiefernholz und mit einem Loch von 15cm im Durchmesser das sich sehen lassen kann.

Bereits eine Woche später war „The Brett number one“ schon auf Europa-Tournée. Der Volleyballverein Quierschied nahm an einem internationalen Jugendturnier in Klagenfurt (Österreich, Wörthersee) teil. Und um den Mädels und Jungs neben dem Volleyball-Spiel Zerstreuung zu bieten, wanderten die Bretter in den Bauch des Reisebusses.

Dann kam das Trainingslager der aktiven Volleyballer des TVQ am Stausee in Losheim. Kurzerhand wurde das Brett in’s Auto geschmissen und nach Losheim transportiert… Es könnt ja sein, dass nach 3 Trainingseinheiten jemand da ist, der noch nicht genug hat…

„Das is jo wie Boule, dud nur net so weh wenn ma getroff werd“